Dienstag, 12. September 2017

Können wir Freunde werden, Lebensabschnitt?

Mein Leben ist im Moment eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Manchmal weiß ich nicht, ob ich traurig oder doch happy bin. 
Und dann sitze ich hin und wieder im Zug abends und rufe mir ins Gedächtnis, dass ich doch gerade einen super Tag mit meiner Gruppe (andere Azubis aus der Abteilung) hatte und somit keinen Grund habe, bedrückt zu sein. 

Aber irgendwie bekomme ich dieses Stück an Traurigkeit in mir nicht los. Ich wünsche mir jeden Tag einfach nichts anderes, als meine Freunde um mich zu haben, in der Schule zu sein, mir langweiligen Unterricht zu geben. Es klingt komisch, für manche unverständlich, aber selbst nach zwei Monaten habe ich irgendwie nicht so ganz verstanden, was eigentlich in meinem Leben zurzeit abgeht.
Scheinbar denke ich im Unterbewusstsein, dass das Ganze bloß eine Phase ist, die mit der Zeit ein Ende finden wird, und wir (also meine Freunde und ich) irgendwann wieder vereint sind.

Es macht mich einfach unglaublich sad und fertig, dass wir einfach nie wirklich komplett sind, wenn wir uns verabreden. Wir treffen uns an Wochenenden, aber es ist nicht mehr so wirklich wie früher. Immer fehlt jemand.
Wir erleben viel weniger und ich habe Angst, dass wir uns jetzt voneinander entfernen ‒ was ich absolut gar nicht möchte, da es wirklich zum ersten Mal in meinem Leben die Leute sind, die ich mag und die mir was bedeuten. Jeder von ihnen. 

Vielleicht klingt das gerade so, als ob ich mein derzeitiges Leben absolut scheiße finde. Das stimmt nicht. Ich habe neue Leute gefunden, bei denen ich mir sogar vorstellen kann, Freundschaften zu schließen (ja, selbst nach Wochen bezeichne ich die Leute noch nicht als Freunde). Aber sie können meine richtigen Freunde nicht wirklich ersetzen. Sie sind anders drauf. Und mit ihnen habe ich weniger erlebt.
Zudem bin ich froh, etwas gefunden zu haben, was mich an mein jahreslanges Ziel führt.
Trotzdem fühle ich mich hin und wieder unglücklich und würde am liebsten die Zeit zurückdrehen, bei den Menschen sein, denen ich vertrauen kann. Denn bei einigen in der Firma traue ich mich echt nicht mal, in deren Augen zu sehen, so falsch, wie sie wohl zu ticken scheinen.

Im Endeffekt gibt's dafür keine andere Lösung, als es zu akzeptieren, dass es jetzt anders ist und sich nicht ändern wird. Ich versuche mich auch oft an mein Bild "Vogelflug des Lebens" zu erinnern und das es bald wieder gut wird, aber es hilft nicht wirklich.
Ich vermisse nur meine Freunde jeden Tag und manchmal steigen mir deswegen gerne die Tränchen in die Augen. Klingt total lächerlich und eigentlich ist mir das peinlich, aber ich fühle mich manchmal irgendwie einsam, obwohl's ja eigentlich nicht wirklich so ist.



Sonntag, 10. September 2017

Herzenswünsche und Zukunftspläne


Quick info: Dieser Artikel lag lange im Entwurfsordner, weil ich es irgendwie nicht auf die Reihe bekommen hatte, ihn zu veröffentlichen. Viele dieser Punkte sind somit einige Monate alt, trotzdem noch total aktuell. Es hat sich trotzdem der ein oder andere Wunsch oder Plan dazu geschlichen, welcher vielleicht ein paar Wochen oder Tage erst alt. 

✦ Meine Reiseziele wären derzeit Südamerika, Kalifornien, Kanada, Neuseeland, Island, England, Schottland, Skandinavien, Japan, Afrika und vor allem aber Australien.

✦ Irgendwann mal möchte ich meinen Geburtstag in Australien feiern. Grund dafür: Es ist mein fucking Traumreiseziel und Lieblingsland, außerdem ist im Dezember ist dort Sommerzeit. Es wäre einfach zu geil, statt wie sonst immer zu frieren, einfach am Strand zu sitzen.

✦ Zu gerne würde ich mich mal in Sachen Filmen und Videobearbeitung ausprobieren, scheitere jedoch schon am Punkt, was Equipment angeht.

✦ Ich will sicher mit HTML und CSS umgehen können. Da ich jetzt in die Richtung Digital gehe, wird das bestimmt in Zukunft irgendwann passierne, wenn ich am Ball bleibe und fleißig bin.

✦ Ich möchte gerne eine selbstgeschrieben Geschichte als Buch rausbringen und meine Leser damit irgendwie zum Nachdenken anregen, sie einfach irgendwie mit dem, was ich erschaffen habe, berühren (damit meine ich übrigens nicht die Geschichten, die hier in der Vergangenheit veröffentlicht wurden).

✦ Später will ich nicht für irgendeine Firma arbeiten, sondern für mich. Ich möchte keine ersetzbare Schraube in einem System sein.
Von meiner eigenen Kreativität leben zu können klingt aktuell noch unnahbar und beinahe fast unmöglich, aber es macht mir schon beim Blog Spaß, mein eigener Chef sein zu können. Der Aspekt, eigene Projekte an Land zu ziehen und in einem selbst ausgewählten Team zu arbeiten, gefällt mir einfach sehr.

✦ Nach der Ausbildung ist der Plan, an meiner jetzigen (Berufs)Schule zwei Jahre lang zu studieren, danach wäre ich eine staatlich geprüfte Designerin.

✦ Ich möchte mal für eine gewisse Zeit im Ausland leben. Vielleicht für ein Jahr oder zwei - oder es sind doch nur ein paar Monate, ich bin mir nicht sicher. Aber das ganze Leben lang in Deutschland zu sitzen stelle ich mir ziemlich langweilig vor und irgendwie sollte man doch seinen Horizont erweitern und neue Dinge sehen, finde ich.

✦ Aktuell mangelt es mir an Erfahrung und irgendwie hindere ich mich auch selbst dabei ein bisschen, aber ich möchte meine zeichnerischen und literarischen Fähigkeiten kombinieren und einen Manga zustande bringen. In diesem Gebiet habe ich überhaupt keine Ahnung und fühle mich verloren, das ist der Grund, weswegen ich aktuell mich noch nicht traue, die Finger an Projekte dieser Art zu legen.

✦ Ich möchte zu gerne mal Nordlichter oder atemberaubende Sternenhimmel mit eigenen Augen sehen.

✦ Sollte ich ausziehen, möchte ich gerne in eine neue Stadt ziehen. Mich hält hier nicht sonderlich viel und sonderlich viele positive Erinnerung habe ich an diesem Ort jetzt auch nicht.

✦ Eine WG mit Nutyes ist einfach ein Muss später.

Freitag, 1. September 2017

Meine Septemberpläne 2017



✦ Am 31. August war der Release für die erste Episode von "Life is Strange 2 - Before the Storm" and holy, bereits der erste Teil hatte mich damals so in den Bann gerissen. Umso mehr freue ich mich darauf, abends mit Nutyes vor'm Lappi zu liegen und Gronkhs Stimme zu lauschen, während wir beide in die Welt von Arcadia Bay eintauchen werden. Klingt nach dem perfekten Feierabend. 💜

✦ Dies wird schon der letzte Monat mit meiner Ausbilderin zusammen sein ... ab Oktober ist sie ja dann wohl weg. Angeblich will sie sich noch danach um uns kümmern, aber ich bin bei dem Punkt eine ziemliche Pessimistin und glaub's erst, wenn sie ab Oktober noch gelegentlich durch die Tür kommt. Mich persönlich trifft das echt hart und ich finde das wirklich traurig, denn ich will keinen anderen Ausbilder bekommen. ;-;

✦ Ich befinde mich am 9. September auf einem Workshop. Mal wieder. Und aye, das ist ein Samstag. Was tut man denn nicht alles, um die wissensbegierige und fleißige Azubi sein zu wollen.

✦ Ich möchte diesen Monat unbedingt wieder Leonie sehen. Das Ganze ist jedoch eine finanzielle Sache, da sie ja jetzt mehrere hundert Kilometer von mir weg wohnt. Oder sie schafft es, mal an einem Wochenende Zeit zu haben, an dem sie auch bei ihrer Familie ist. Ich vermisse sie einfach übelst! 

✦ Diese Unmotivation und Unzufriedenheit muss ein Ende haben, es wird Zeit, den Arsch zu erheben und endlich was zu tun! Ich hoffe, ich schaffe es diesen Monat, mich selber ein bisschen mehr anzuspornen als die letzten vier Wochen. Aber die Arbeit lastet mich schon ziemlich aus, was Kreativität und Kraft angeht. Ich hab es im August ja nicht mal mehr geschafft, zwischendrin was zu schreiben. 
Hoffentlich ändert sich das in Zukunft. Aber im Moment erlebe ich nichts wirklich Spannendes und mein Arbeitstag ist jetzt auch nicht unbedingt aufregend. 



Donnerstag, 31. August 2017

Mein August 2017

 Erste Woche: 1. bis 6. August 2017

✦ Der Monat begann mit dem Start meiner Ausbildung. Zwar war ich zuvor schon die ganze Zeit als Praktikantin in der Agentur tätig, doch es ist schon ein weitaus besseres Gefühl, im Mitarbeiterprofil jetzt "Azubi 1. Jahr" stehen zu haben. 

✦ Nicht ganz so angenehm war der 3. August ‒ an dem Tag bekam die Praktikantin, welche die ganze Zeit für etwa eine Woche den Arbeitsplatz neben mir einnahm, eine Zusage eines Ausbildungsbetriebes bei sich in der Nähe (ihre Zugfahrt nach Frankfurt betrug etwa zwei Stunden). Natürlich entschied sie sich für die nähere Variante und es war klar, dass ich sie leider nicht mehr sehen werde. Traurig gemacht hat mich das schon, da ich mich mit ihr super verstanden habe, erst recht, als ich erfuhr, dass sie ebenfalls Animes schaut. Naja. Menschen kommen und gehen. 

✦ Die kleine Pechsträhne lief weiter. Der Tag danach war überhaupt nicht angenehm und endete böse, denn es gab Streit in meinem Team auf der Arbeit. Viel dazu sagen will ich nicht, denn mit dem Thema habe ich abgeschlossen. An dem Tag hatte ich allerdings bereits Kopfschmerzen und als dann dicke Luft herrschte, wurden diese immer schlimmer und ich saß nach Feierabend mit heftiger Migräne im Zug und mir war einfach nur kotzübel (dooferweise hatte ich an dem Tag meine Tablettenbox zu Hause vergessen ;-;). Dass ich auf der Arbeit Stress hatte, machte die ganze Sache noch schlimmer.
Zuhause versuchte ich dann zu schlafen, allerdings waren meine Gedanken die ganze Zeit beim unangenehmen Gespräch und wollten einfach nicht weggehen. 

Zweite Woche: 7. bis 13. August 2017

✦ Am Montag (7.) danach wollten wir reinen Tisch machen. Ganze drei Meetings fanden statt und das letzte zog sich bis nach Feierabend, damit wirklich alle Missverständnisse geklärt werden konnten und letztendlich bin ich froh, dass sich jeder ausgesprochen hat. Ich saß am Montagmorgen wirklich an meinem Tisch und fühlte mich so unwohl, wollte einfach nur weg. 
Also no worries, alles ist in Ordnung aktuell. :3 

✦ Das Einzige, was mich auf der Arbeit wirklich die ganze Zeit abgefuckt hat, war das ständige Rumhacken auf meinem Aussehen. Egal, wen ich ansprach, es dauerte nicht lange und der Spruch "Du siehst gar nicht aus wie 18" fiel in jeglicher Variation. Das Beispiel war übrigens noch harmlos, ich habe noch weitaus gefühlslosere Kommentare an den Kopf geworfen bekommen. 
Vor lauter Wut habe ich irgendwann mal den Blog-Editor geöffnet und das aufgeschrieben, was ich mir die ganze Zeit auf der Arbeit reingefressen habe. Letztendlich wollte ich das aber nicht veröffentlichen, weil es mir zu persönlich und hart von den Worten wurde. In der zweiten Monatshälfte stand ich nach Feierabend am Eingang und habe gerade auf eine Person gewartet, mit der ich nach Hause fahre. Da quatschte mich ein Typ von der Seite an: "Du musst bestimmt auch immer deinen Ausweis bei allem zeigen." 
Ich überlegte kurz, hab  dann aber daraufhin dann aber doch dezent frech geantwortet: "Tja, und in zehn Jahren seid ihr neidisch drauf."
Er hat dann nur noch kleinlaut etwas gesagt, aber ich war zufrieden mit mir, endlich mal was entgegen zu bringen.
Kommt davon. Ab jetzt hört die Freundlichkeit bei mir auf.

✦ Am 11. August hatte ich das Haus für mich, als ich nach der Arbeit nach Hause kam. Grund war ein Familiengeburtstag, ich hatte allerdings darauf nicht sonderlich Lust, weswegen ich nicht hin bin. Den Abend verbrachte ich erstmal mit einem entspannendem Bad und chillte anschließend mit Kira im Bett und zog mir Videos auf YouTube rein. Ich liebe sturmfrei und alleinsein einfach über alles. 💜

Dritte Woche: 14. bis 20. August 2017

✦ 15. August. Meine Einschulung an meiner neuen Schule.
Und holy crap, das Gebäude ist einfach groß, ich verstehe die Treppenhäuser bis jetzt immer noch nicht. o_o Es gibt viel zu viele Treppen, das verwirrt mich!
Aber ich habe jetzt meine kleine Pausengang. 💜

✦ Eigentlich wollte ich mich ja am 16. nach der Arbeit mit Freunden in unserer Stadt treffen, allerdings fiel das aus. Mir ging's körperlich einfach gar nicht gut. Am Vortag bereits schon (da bin ich von Bauchschmerzen geweckt wurden), doch an dem Mittwoch fühlte ich mich einfach wie überfahren. Ich war müde des Todes, obwohl ich genug geschlafen hatte, hatte phasenweise Rückenschmerzen und auch sonst tat mein Körper irgendwie weh. Als ob ich Grippe hätte. 
Also schrieb ich dann gegen Nachmittag 'ner Freundin und sagte schweren Herzens ab, weil ich ungern Termine absage. Aber ich wünschte mich nur noch ins Bett.
Das Ganze führte dann dazu, dass die Verabredung komplett abgeblasen wurde, weil irgendwie alle voll traurig waren, dass ich nicht komme. Uff. 😅

✦ Da der Freitagabend unangenehm wurde und dazu führte, dass ich wütend mich in mein Zimmer verkroch, verbrachte ich das Wochenende weit weg von meinem Zuhause. Zuerst war ich am Samstag (19.) auf einem Workshop meiner Arbeit, kam irgendwann um 13 Uhr nach Hause und war in der Zeit duschen, packte meine Tasche und verschwand gegen 17:30 Uhr wieder. 
Ich traf mich mit Sarah und Nina in der Stadt, ging mit ihnen essen und schließlich schauten wir bei Sarah zu Hause "Coraline" auf Englisch. 
Gegen 22 Uhr machten wir uns dann fertig und fuhren zu unserer Cocktailbar.
Lange blieben wir nicht und es blieb auch nur bei jeweils einem Cocktail. Keine Ahnung, in einer großen Runde macht sowas irgendwie mehr Spaß. :c
In der Innenstadt trennten sich die Wege, Nina fuhr zu sich nach Hause, während ich bei Sarah nächtigte. Bei ihr in der Wohnung angekommen, zog ich mich um in meine Schlafsachen und als sie gerade erst einen Film angemacht hatte, pennte ich weg, weil ich einfach fertig von der Woche und dem Samstag war.

Vierte Woche: 21. bis 27. August 2017

✦  Eine Woche später befand ich mich am 26., ebenfalls einem Samstag, wieder in der Firma. Dieser Workshop war diesmal Pflicht, da ich lieber drei Stunden meiner Zeit opfere, anstatt mehrere Wochen in der Abteilung zu sitzen.

Resttage: 28. bis 31. August 2017

✦ Der 31. war nicht schön. Erst recht die ganze Woche.
Meine Ausbilderin hat ihre Stelle gekündigt und somit stellt sich in vier Wochen die Frage, wer sich in Zukunft um mich kümmern wird. Für mich persönlich war dies ein gewaltiger Schlag ins Gesicht, erst recht, weil ich so glücklich mit ihr als Ausbilderin bislang war. ;-;
Vor allem, weil sie zwei bis drei Wochen uns noch erzählt hat, wo sie mit uns erfolgstechnisch als Team hin möchte ...


Aufgrund von Zeitmangel und Demotivation habe ich nichts auf's Papier bekommen. Höchstens ein digitales unfertiges Irgendwas, aber das ist nicht präsent. Ansonsten habe ich noch etwas mit Kritzelpost gemacht, und gerade fällt mir ein, dass ich den Brief immer noch nicht fertig habe. Seit Wochen. Uff.


Just be real: Der August fing gut an und endete wie die letzte Scheiße.
Ich bin aktuell ein kleines emotionales Häufchen, was sich die Fachabizeit übertrieben zurück wünscht. Den halben Tag mit meinen Freunden zusammen sein fehlt mir einfach sehr ‒ inzwischen habe ich zwar eine Gruppe an Leuten gefunden auf der Arbeit, mit denen ich meine Mittagspausen verbringen kann, aber trotzdem. Es ist nichts gegen die letzten zwei Jahre.
Ich vermisse 2016, das Jahr, in dem ich so happy und unbesorgt war. Die einzigen großen Sorgen waren höchstens, ob ich die Hausaufgaben vor 22 Uhr schaffe und keine Arbeit schlechter als Drei schreibe.
Aber jetzt sitze ich gefühlt den kompletten Tag in Frankfurt, weit weg von meinen Freunden und erfahre, dass bereits die zweite Freundin aufgrund von Zukunft wegziehen muss.
Ich fühle mich im Moment einfach wie ein emotionaler Scheißhaufen, der mit seiner aktuellen Lebenslage nicht klar kommt. Honestly, ich bin wirklich happy, eine Ausbildung zu haben, vor allem diese Ausbildung, aber ich wünsche mir nichts anderes als meine Freunde dort. ;-;
Aktuell bin ich antriebslos und schaffe es nicht, mich aufzuraffen und selber zu motivieren. Das führt zur Unzufriedenheit, was mich selbst angeht. Ich zeichne aktuell nicht. Ich mache gar nichts. Nicht mal bloggen. Und das kotzt mich an. Aber ich schaff's zeitlich nicht, ich komme abends nach Hause und bin nur noch in der Lage, im Bett zu liegen. Am Wochenende habe ich einfach keine Kraft mehr, irgendetwas Kreatives aus mir herauszuprügeln.

Dienstag, 1. August 2017

Meine Augustpläne 2017


 ✦ Meine Ausbildung beginnt offiziell am 1. August. Ab da bin ich also eine Azubi 1. Jahres in der Werbeagentur. Klingt total komisch und ungewohnt, aber ich werde mich bestimmt schon noch dran gewöhnen.
Ich hoffe bloß, dass ich mit den Leuten in eine Klasse komme, mit denen ich in der Firma die meiste Zeit verbringe. ._.

✦ Am 15. August habe ich meinen ersten Schultag in meiner neuen "Hogwarts"-Schule - aye, so nenne ich sie, da diese von 1800 stammt und dementsprechend aussieht. Mich persönlich erinnert sie an einen Lost Place, und das finde ich cool! 

✦ Ich möchte so richtig in der Ausbildung durchstarten, um den Leuten zu zeigen, was in mir steckt. Klingt streberhaft, aber ich will mich echt anstrengen. ;-;

✦ Es wäre nice, diesen Monat mit dem 3DS-Spiel "Tri Force Heroes" fertig werden zu können. Zumindest die Hauptlevel sollten mal beendet werden, aber die Himmellevel sind einfach zum Kotzen und bringen einen dazu, den 3DS vor lauter Aggressionen gegen die Wand schmeißen zu wollen. 

✦ August ist Feuerwerkzeit. 
Jeden Sonntag erstrahlt der Himmel in meiner Pixelwelt alias Animal Crossing der Himmel in all möglichen Farben. Dieses Wunderwerk von Feuerwerk möchte ich zusammen mit Nutyes bestaunen.  

Montag, 31. Juli 2017

Mein Juli 2017



✦ Direkt am 1. Juli war ich nicht zu Hause, zumindest abends. In der Stadt fand nämlich Kirmes statt und trotz schlechtem Wetter (es gab so gut wie durchgehend Nieselregen) hatten Sarah, Nina und ich schon ziemlich Spaß. Wir schlugen uns erst den Bauch in unserem Stammlokal voll, anschließend ging es dann auf die Kirmes. Mit Nina fuhr ich zwei Sachen, einmal Top Spin und danach Best XXL. Und ew, bei Best XXL dachte ich echt, ich sterbe. Irgendwann wusste ich nicht mehr, wo oben und unten ist und wünschte mir einfach nur, dass es vorbei ist. Etwas schlecht war mir danach auch - aber gebrannte Mandeln sind dagegen ja 'ne gute Lösung. :D 

Erste Woche: 3. bis 9. Juli 2017

✦ Nach dem tollen Abend ging es dann in die graue Realität zurück - ich musste etwas finden, mit dem ich mich für die nächsten Jahre beschäftigen konnte. Und das machte mich total fertig, weil man im Internet wenig bis gar nichts fand, was mich ansprach. Danke an dieser Stelle noch mal an dich Nutyes, du warst mir in der Zeit echt eine große Hilfe. 💜

✦ Nachdem ich einen Anruf am Handy verpasst habe, rief ich einige Minuten nach dem Aufwachen am 5. Juli die Nummer zurück. Sie gehörte zu einer Firma, bei welcher ich mich beworben hatte und die Leute fanden meine Bewerbung interessant, weswegen sie mich auf einen Probetag einladen wollten. Ich stimmte zu und so wurde ein Tag ausgemacht. 

Zweite Woche: 10. bis 16. Juli 2017

✦ Am 12. Juli entdeckte ich eine Welt - eine Welt voll sprießender Natur, endlosen Wiesen und Pferden. Ja, Alicia Online! Und ich war am Anfang so verdammt süchtig danach, dass es echt grenzwertig wurde. xD Aber es macht so Spaß und ich kann es kaum erwarten, genügend Carrots für Bekleidung zusammen zu haben. 

✦ Jedoch konnte ich mich an dem Tag nicht lange der Pferdewelt widmen, denn immerhin stand am nächsten Tag der Probetag an. Der Wecker klingelte früh, denn zu spät kommen wollte ich auf keinen Fall.
Und der Tag dort war ein voller Erfolg - vor allem der Azubi war am Ende begeistert von meinem Poster ("es sei mal etwas anderes" hatte er gesagt) und wollte meine Fähigkeiten weiter ausbauen, weswegen er mir dann sagte, er will mich für eine Probewoche empfehlen. Ich war in dem Moment so happy darüber, das hat man mir mit Sicherheit angesehen. xD Und wenige Minuten stand dann fest: Vom 17. bis 21. Juli bin ich für eine Woche dort anwesend und werde getestet, ob ich auch wirklich dafür geeignet bin.
Challenge accepted!

✦ Kritzelpost kam diesen Monat, am 15., wieder zurück! Ich hoffe bloß, dass ich ab jetzt neben der Arbeit noch genug Zeit zum Zeichnen haben werde. o:

Dritte Woche: 17. bis 23. Juli 2017

✦ Die Probewoche rückte immer näher und erreichte mich schließlich - und anfangs war ich überhaupt nicht so happy. Meine Aufgaben machten mir keinen Spaß und ich kannte niemanden da. Meine Mittagspausen verbrachte ich anfangs alleine, was die Vermissungen gegenüber meinen Freunden in mir immer mehr verschlimmerte.
Der Montag und der Dienstag zogen sich schrecklich und ich hatte das Gefühl, die Tage gehen nie rum. Lasst mich doch was machen, Tutorials sind auf Dauer langweilig.

✦ Scheinbar wurden meine Gebete erhört, denn für Mittwoch gab es einen Betreuerwechsel und ich kam von Fotoretusche zu Infografik. Gut für mich, das hatte ich in meinem Praktikum letztes Jahr für eine kurze Zeit. Da durfte ich zwei Infografiken ja komplett selber scribbeln und digital zeichnen.
Ich schaffte es somit innerhalb weniger Stunden, zu den Leitfragen passende Punkte zu finden, anschließend Scribbles anzufertigen und die finale Version zu drei Scribbles zu präsentieren.
Und anschließend gab es eine kleine Einführung in die Posterwelt, bevor ich selber ran durfte. Doch noch bevor der Mittwoch endete, wurde ein grobes Konzept entschieden, welches ich am Donnerstag ausarbeitete.
Aber nicht nur von den Aufgaben her lief es auf einmal, auch von den Connections fand ich endlich Anschluss und verbrachte meine Mittagspausen endlich in Gesellschaft. Schön, dass es doch noch so eine gute Wendung gab. 

✦ Als ich gerade bequem an meinen Poster donnerstagmorgens saß, wurde ich von meinen Betreuer in die Personalabteilung hochgebeten. Also ging ich nach oben in den dritten Stock, ging in einen Raum und fragte schüchtern, ob das denn die Abteilung wäre.
Wenige Minuten später kam ich mit einem Ausbildungsvertrag zurück auf meinen Platz und war einfach nur fertig - I mean, ich habe seit diesem Zeitpunkt eine Zukunft und aaaahh, ich kann es nicht beschreiben. Ich mache jetzt genau DAS, wovon ich schon seit Jahren träume! Das ist so ... surreal. q_q

✦ Am liebsten hätte ich am Wochenende mich ins Bett gelegt und durchgeschlafen - jedoch waren die zwei Tage so durchgeplant, da ging das nicht. Nachdem ich mich nach dem Frühstück und ein bisschen Vertragsstuff bis nach 15 Uhr ins Bett gelegt und geschlafen habe, ging es dann unter die Dusche. Die Tasche wurde gepackt und anschließend setzte man sich samt der Family um kurz vor fünf ins Auto.
Zuerst ging es zu meinem Onkel, der uns zum Grillen eingeladen hat. Eigentlich war ich an dem Tag out of order, da eine Übernachtungsparty mit Marisa (meine Nachhilfe-Freundin) seit längerem geplant war, aber als ich hörte, dass er seit kurzem einen Hund hat, konnte ich nicht anders. Ich schob das mit der Grillparty dazwischen. Und der Hund ist fucking cute!
Gegen 20:30 Uhr war ich aber dann auch bei Marisa, zusammen aßen wir Pizza und waren dann noch in der Dämmerung draußen, weil es in ihrer Wohnung einfach unerträglich warm war. Wir ließen uns auf Schaukeln nieder und quatschten über alles mögliche, bis uns kalt wurde und wir wieder zu ihr nach Hause gingen. Dort setzten wir uns dann auf ihr Bett, legten Frozen in das Laufwerk ihres Laptops und zogen uns den Film rein. Anschließend wollte ich noch "The Lego Movie" sehen, da der laut ihr auch gut sein soll. Ich frage mich heute, ob das Ganze Stop Motion ist.
Nach den zwei Filmen legten wir uns dann in unsere Betten, redeten noch bis halb fünf oder vielleicht länger, aber ich war seit dem Legofilm so übertrieben müde, dass ich wahrscheinlich die Erste von uns beiden war, die einschlief.

✦ Gegen 12 Uhr aufgestanden, zusammen gefrühstückt und anschließend wieder über alles Mögliche geredet - wir haben echt nicht viel gemacht, aber nach etwa einem Monat hat man sich viel zu erzählen. Und es tat so gut, sich mit ihr auszuquatschen (ja, wir haben auch Deep Talk gehalten).
Ich hoffe bloß, dass ihr Studium klappt, denn dann kann sie die Wohnung behalten und solche Übernachtungspartys kämen öfter in Frage.
Ich nahm übrigens den Bus um 16:37 Uhr und war dann gegen 17:20 Uhr zu Hause. Ein gelungenes Wochenende, wenn ihr mich fragt.

Vierte Woche: 24. bis 30. Juli 2017

✦ Weil es angeblich ein guter Einstieg für die Ausbildung sein soll und ich dafür bezahlt werde, habe ich vom 24. bis zum 31. August ein Praktikum in der Agentur absolviert. Ich lernte noch eine andere Praktikantin kennen, die ebenfalls zum gleichen Zeitraum eine Probewoche mit mir hatte (jedoch auf der Kippe steht, deswegen wird sie nochmal länger getestet), und ich verstehe mich gut mit ihr. c:
Außerdem macht es Spaß, ihr in Photoshop zu helfen bzw. ihr meine Meinung zu Korrekturen abzuliefern (hab ich am Freitag zumindest gemacht xD), da sie noch keinerlei Erfahrung im Mediendesign sammeln konnte.

✦ Am 28. wurde mein Wochenende mit einem richtig rührenden Kommentar versüßt, dass mir echt die Sprache verschlagen hat. Im Ernst. Ich war mit einer anderen Praktikantin in der Bahn, mit ihr fahre ich immer gemeinsam zum Hauptbahnhof. Eine Azubi (ebenfalls Mediendesign) fuhr diesmal mit uns und wir quatschten ein wenig, kamen zum Thema zukünftige Azubis. 
Und schließlich sagte die Azubi zu mir: "Du bist zwar noch jung, hast es aber faustdick hinter den Ohren." 
Ich schaute sie verwirrt an. "Wie? Du kennst mich doch gar nicht." 
"Ne, deine Poster, Grafiken und alles sind total gut. Du hast es richtig drauf!" 
Das hat mich echt so geflasht, dass ich zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich nur lächeln konnte. xD So ein Kompliment in der Form hab ich dort nämlich noch nicht bekommen, immer nur "sieht gut aus", "gefällt mir" etc.

✦ Mein Wochenende war wunderschön. Am Samstag (29.) traf ich mich mit Sarah in der Stadt und ich freute mich schon die ganze Woche über auf dieses Treffen, da ich sie seit gut einem Monat nicht mehr gesehen habe. So haben wir uns erstmal ganz dolle umarmt, als ich in der Innenstadt aus dem Bus kam. Den Nachmittag verbrachten wir in etlichen Boutiquen, bis wir uns beide jeweils mit einem eiskalten Smoothie auf einer Treppe niederließen und Typen auf Lovoo stalken (nein, ich hab den Scheiß nicht, Sarah hat sich das aus Spaß runtergeladen). Danach fuhren wir zu ihr nach Hause, aßen zu Abend und gammelten noch ein wenig auf ihrem Bett herum. Dort entstanden ziemlich dumme Sprachmemos, welche in unsere Freundesgruppe geschickt wurden. Parallel entstand ein Treffen mit Nina für den nächsten Tag (es sollte schwimmen gehen) und wir schrieben noch weiter mit komischen Lovoo-Typen. :D
Gegen viertel nach elf abends war ich dann wieder zu Hause und unglaublich happy, denn es tut so gut, meine Freunde am Wochenende zu sehen.

✦ Am gleichen Tag habe ich übrigens das Paket ausgepackt, was mich am Tag zuvor aus Nutyes' Hause empfing. Enthalten war neben Kritzelpost ein superflauschiger Pulli in Rosa anlässlich des Tag der Freundschaft. Das ist so cute, danke dir. 💜
Er fällt zwar ein bisschen kurz aus, dafür ist er einfach FUCKING FLAUSCHIG!

✦ Der Sonntag war verplant. Es sollte mit Nina und Sarah ins Schwimmbad gehen. Eigentlich. Etwa eine Stunde, bevor ich los musste, schrieb uns Nina, dass es ihr nicht gut ging und sie heute lieber sich ausruhen möchte. Kein Problem, antwortete ich und fragte noch in der gleichen Nachricht Sarah, ob wir trotzdem gehen möchten. Todesmutig entschieden wir uns für Ja, denn den gesamten Nachmittag über war es bewolkt, manchmal kam ein kurzer Regenschauer runter und generell war es nicht die intelligenteste Idee, bei dem Wetter schwimmen zu gehen. Vorteile hatte es, ja, wir hatten gefühlt das Schwimmerbecken komplett für uns, dennoch war es einfach kalt!
Allerdings trollte uns das Wetter, denn als wir uns gegen 17/18 Uhr umgezogen haben und gerade aus der Umkleide kamen, knallte einfach die Sonne vom Himmel herunter. ._.
Da wir auf dem Hinweg zum Schwimmbad einfach mal zwanzig Euro auf dem Boden gefunden haben, kauften wir uns nach dem Schwimmbad eine Pizza und teilten diese. Richtig romantisch.
Etwa zwei Stunden waren wir noch draußen und wuselten in einem Wäldchen herum, ehe es für mich gegen 19 Uhr nach Hause ging.





Der Juli war ein Monat, der wirklich mit meinen Gefühlen gespielt hat. Ich hatte Angst vor der nächsten Zeit, was mit mir geschieht, was meine Zukunft für die nächsten Jahre sein wird. Oder für immer. Es war alles so ungewiss, und die Leute ließen sich Zeit, auf meine Bewerbungen zu antworten. Bei einigen von denen frage ich mich, ob sie die Email überhaupt schon geöffnet haben.


Wenn man diesen Diary-Artikel liest, sollte man eigentlich genau darüber Bescheid wissen, wie es mir im Juli so erging. Es setzte mich unter Druck, noch nichts zu haben und die Notpläne meines Vaters anschließend noch mehr. Er kam mit Alternativen, mit denen ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte. Ich hatte Angst, einen Weg einzuschlagen, der mich überhaupt nicht glücklich macht. Sein Vorschlag war nämlich, dass ich in Richtung Informatik gehe (Schwerpunkt Websites programmieren), weil das im Mediendesignbereich sehr gefragt ist. Aber Informatik und ich? Nope, doesn't work. Es kommt Mathe vor.
Doch ich wurde erst auf einen Probetag, anschließend dann auf eine Probewoche eingeladen und ich hatte das Gefühl, dass ich doch etwas haben werde, was nicht ganz so scheiße sein wird. Zugegeben, ich war mit der Probewoche anfangs überhaupt nicht happy und die ersten zwei Tage waren psychisch einfach schrecklich.
Ich vermisste meine Freunde, musste immer mehr an die Fachabizeit beim Arbeiten denken und kannte so gut wie keinen dort. Kein Wunder, dass man den Drang immer mehr in sich verspürt, die Zeit zurückdrehen zu wollen. Leider funktioniert das nicht und ich musste mir Anschluss finden.
Die Wochenenden verbrachte ich also nicht zu Hause, sondern war unterwegs, damit ich meine Freunde endlich wieder sehe und diesen Fetzen Kummer in mir endlich beseitigen kann. Wahrscheinlich wird er nicht mehr wirklich weggehen, da ich meine Lieblingsmenschis am liebsten wieder die ganze Woche um mich herum haben möchte, aber es geht leider nicht anders. Die zwei Wochenenden taten aber wahnsinnig gut und inzwischen geht's mir auch weitaus besser als davor. Außerdem habe ich in dieser kurzen Zeit in der Werbeagentur schon wahnsinnig viel mitnehmen können, denn mein Betreuer bemüht sich echt sehr, dass ich mich weiter verbessere. Diese Steigerung der Gestaltung werdet ihr mit Sicherheit in Zukunft selber bemerken.

Sonntag, 30. Juli 2017

An meine beste Freundin

Es ist komisch, dass ich gerade einen öffentlichen Brief an dich verfasse. Aber irgendwie finde ich, kann ich dadurch meinen Gedanken freien Lauf lassen. 

Dieser Brief ist komplett chaotisch und ein einziges Gedankenwirrwarr, aber das bist du von mir wahrscheinlich nicht anders gewohnt.

Du zeigst dich nie, lässt nur virtuell von dir hören und dennoch weiß ich, dass du die Person in meinem Leben bist, der ich am meisten vertrauen kann. Davon bin ich überzeugt, denn du bist so gut wie die einzige Person, der ich alles erzählt habe, was auf meinem Herzchen lag. Und nie hast du darüber gelacht oder mich nicht ernst genommen – nein, du hast mir geholfen. Mit mir Lösungen gesucht, dich darum bemüht, dass es mir wieder besser geht.
Ich bin so froh, dass ich auf dich zählen kann, wenn es brenzlig wird. In so vielen schwierigen Situationen hast du mir bereits aus der Patsche geholfen und durch einfache Ratschläge Mut gegeben. Selbst „nur“ Ermutigungen deinerseits haben mir Kraft gegeben, denn: So wirklich bist du nicht da.
Ich habe dich noch nie gesehen, nicht mal mit dir gesprochen.
Wir schreiben nur.

Andere Menschen können sowas wahrscheinlich nicht verstehen. 

Trotzdem bist du für mich durch den einfachen Austausch von Text via etlichen Messengern der wertvollste Mensch in meinem Leben geworden. Du bist wie eine kleine Schwester, meine Seelenverwandte, mein Zwilling. Früher als kleine Julie habe ich mir immer eine Schwester gewünscht, weil der Bruder doch manchmal nervig war und einen nicht verstand, und jetzt habe ich sie endlich – zwar nicht leiblich, aber Familie muss ja nicht immer Blutsverwandtschaft heißen.
Manchmal ist es komisch, die „kleine Schwester“ nach Hilfe zu fragen, vor allem, wenn es um Hausaufgaben geht. Aber trotzdem, du hast mir selbst dabei immer geholfen und es hat sogar noch Spaß gemacht, denn wir beide kennen Ernst nicht.

Würdest du mich jemals verlassen (was aber hoffentlich nie wieder passiert), wäre es so, als würde man ein wichtiges Organ oder ein Körperteil aus meinem Körper herausreißen. Das Leben wäre viel farbloser, stiller und langweiliger. Als würde man auf einem Konzert schlagartig den Ton ausstellen und man würde die Musik nicht mehr hören.
Das eine Mal, als wir auseinander waren, war schlimm. Ich konnte dich nie wirklich vergessen, ständig hast du irgendwo in meinem Kopf und in meinen Gedanken herum gewuselst und irgendwo war es doch das Zeichen, dass wir zusammen gehören.

Ich liebe es, wie wir manchmal bekloppte Dinge schreiben, die vermutlich keine außenstehende Person verstehen wird. Trotzdem sitze ich dann mit einem dämlichen Grinsen vorm Laptop oder Handy und muss einfach nur über unsere Dummheit lachen, und wie wir Dinge einfach gleich assoziieren. Es ist fast schon gruselig, dass wir wie die ein und dieselbe Person denken. Aber ist das kein Wunder nach so vielen Jahren zusammen sein?

Eigentlich vermeide ich inzwischen bewusst die Betitelung „Beste Freund/in“, weil es Fesseln zu einer Person anlegt. Aber bei dir kann ich nicht anders, du verdienst dir diesen Titel einfach und das hat einfach Gründe – zu viele Gründe, es würde den Text hier sprengen. Nach all den Taten, die du geleistet hat, nach all den Stunden, die wir zusammen verbracht haben, bist du einfach meine beste Freundin. Eine Freundin, welche sich von allen anderen Freunden gewaltig abhebt.

Ich hatte inzwischen vergleichsweise noch nie so eine Freundschaft mit so viel Zusammenhalt, Magie und Achterbahnfahrten. Anfangs, als wir beide eigentlich noch Kinder waren, hätte ich nie gedacht, dass wir uns mal so gut verstehen würden. Natürlich liebe ich auch all die anderen Menschen, die meine Freunde sind, aber zu niemanden hatte ich bis jetzt so eine magische Freundschaft als zu dir. 

Unsere Freundschaft hat viele Narben am Anfang erleiden müssen und es flossen Tränen – bei beiden Personen. Viele Tränen. Tränen, die symbolisierten, dass wir weder miteinander, noch ohne einander konnten.

Doch Gott wollte, dass wir zusammen bleiben und ließ uns nach einer Pause wieder zueinander  finden und darüber bin selbst heute immer noch froh. Ich muss zugeben, ich hatte damals Angst, dich nach dem Streit und der Pause anzuschreiben, denn ich hatte die große Befürchtung, dass du mich abweist. Aber du hast dir die Zeit genommen, mich ausreden zu lassen und darüber bin ich dir heute sehr dankbar. Denn mein Leben hätte ohne dich wahrscheinlich eine komplett andere Richtung eingeschlagen, ich wäre mit Sicherheit ein anderer Mensch heute (ob negativ oder positiv, sei mal dahingestellt) und ich bin einfach nur wahnsinnig froh, jemanden zu haben, der genauso bekloppt ist wie ich.

Ich hab dich unendlich lieb und möchte dich nie mehr verlieren, denn das eine Mal hat mir gereicht. Kein Mensch versteht mich so gut wie du. Und andersrum ist es bestimmt auch so. 
Irgendwann, da werden wir uns in echt sehen. Ich persönlich kann diesem Tag kaum erwarten, denn es gab schon den oder anderen Moment, bei dem ich dich wirklich an meiner Seite gewünscht habe.

Aber ich freue mich schon auf die Zeit, in der wir zusammen in einer tollen Wohnung hausen, zusammen eine qualvolle Longboard-Tour bestreiten und uns an den Kleinigkeiten des Lebens erfreuen werden. 
 
Lass uns weitere Jahre zusammen bestreiten, von mir aus bis ins hohe Alter und danach terrorisieren wir als Engel den Himmel oben!

Du bist und bleibst meine beste Freundin, Nutyes. 💜
#TagderFreundschaft

Freitag, 21. Juli 2017

Der Schritt ins Neue

Der Juli war ein Monat, der wirklich mit meinen Gefühlen gespielt hat. Ich hatte Angst vor der nächsten Zeit, was mit mir geschieht, was meine Zukunft für die nächsten Jahre sein wird. Oder für immer. Es war alles so ungewiss, und die Leute ließen sich Zeit, auf meine Bewerbungen zu antworten. Bei einigen von denen frage ich mich, ob sie die Email überhaupt schon geöffnet haben.

Doch die Probewoche in der einen Agentur ist rum und zugegeben: Es war nicht leicht. Wirklich nicht. Ich kam mir vor wie die blöde Neue, die neu in eine Schulklasse kommt, keinen kennt und der alles fremd vorkommt. Um ehrlich zu sein, war aber auch alles fremd: Das Gebäude, die Menschen, selbst die Stadt - einfach alles.
Die ersten zwei Tage in der Probewoche (die übrigens vom 17. bis zum 21. Juli stattfand, just saying) fühlte ich mich alles andere als wohl. Beschissen trifft es wohl eher. Ich kannte niemanden, ich war unsicher, jemanden anzusprechen, verbrachte meine Mittagspausen alleine am Schreibtisch und insgesamt kroch die Zeit vor sich hin. 
Ich vermisste meine Freunde und insbesondere die Fachabizeit immer mehr - ist ja nicht so, dass ich das nicht schon vor dieser Woche tat. Es fühlte sich wie Heimweh an, nur mit dem Unterschied, dass es dafür keine Lösung gibt. Kann ich nicht einfach die Zeit zurückdrehen und wieder mit meinen Freunden im Klassenraum sein, auf der Fensterbank in der Pause sitzen und gemeinsam mit meinen Lieblingsmenschen lachen? So in etwa waren meine Gedanken oft dort. 

Aber nicht nur das soziale machte mir Probleme, auch das praktische. Ich hatte am Montag und Dienstag nur Tutorials über Retuschetechniken anschauen als Aufgabe bekommen. Am Anfang ja ganz interessant, aber nach Stunden hängt dir das zum Hals raus und wirklich wach hält dich das nicht. Ja, ich war am einschlafen. Wundert das einen, wenn man nur da sitzt, nichts macht und einem Typen zuhört?

Die Mitte der Woche wurde erreicht, die Spannung löste sich allmählich. Meine Sitznachbarin fängt im August ihre Ausbildung an und ist geschätzt ein Jahr älter. Ich weiß nicht, wie wir in ein Gespräch kamen, aber wir quatschten und ich merkte, dass sie doch ziemlich nett ist. Vorher hatte ich nämlich das Gefühl, dass sie mich nicht leiden konnte, weil sie kaum bis gar nicht mit mir gesprochen hat. 

Und so riss ich um 13 Uhr meinen ganzen Mut zusammen und fragte, ob ich mit ihr Mittagspause machen könnte, als sie von der anderen Praktikantin (welche auch angehende Azubi ist) abgeholt wurde. Endlich Anschluss. Ich war echt froh, das Maul aufzubekommen, denn ich hänge mich ungern an bereits bestehenden Gruppen an. Ich weiß nicht ... bei sowas habe ich immer das Gefühl, nicht dazuzugehören. Als würde ich mich einmischen.
Aber bei denen ging es. Ich hielt mich noch etwas bedeckt, hörte mehr zu, als zu reden. Dennoch: Langsam fühlte ich mich doch ganz wohl. 

Und wie durch ein Wunder bekam ich durch einen Betreuerwechsel endlich Aufgaben, bei denen ich zeigen konnte, was in mir steckte. Endlich konnte ich scribbeln, meine Kreativität aus mir rauslassen, die man gefühlt  wie einen Löwen die letzten Tage herzlos in einen Käfig eingesperrt und bis zu dem Tag nicht rausgelassen hatte. Und jetzt, nachdem er so viel Energie durch die geraubte Freiheit aufgestaut hat, musste er sie rauslassen.
An diesem Tag wurden drei Infografiken sowie ein grobes Konzept zu einem Poster von mir erstellt.
Am Donnerstagmorgen wurde ich gegen halb zehn dann in die Personalabteilung gerufen. Ich lief also die Treppen hoch bis zur dritten Etage, ging dann wie eine Verwirrte in den Raum direkt auf der anderen Seite der Treppe und fragte vorsichtig, ob denn hier die Personalabteilung wäre. 
"Ja, und du musst zu mir. Ich habe deinen Vertrag.", sagte eine Frau zu meiner rechten. Gerade erst auf einen Stuhl sich niederfallen gelassen, ging sie mit mir quick die vielen Papiere des Vertrages durch und ich wusste, dass ich mir das alles langfristig nicht merken werde. 
"Da musst du unterschreiben. Und das brauchen wir für die Versicherung." Ich weiß nicht mehr, was sie gesagt hat. Fazit: Der Stapel ist übelst dick. 

Ich kam dann unten wieder im Büro an, hab den Briefumschlag mit dem Vertrag darin auf den Tisch gelegt und mich erstmal auf den Stuhl gesetzt. Meine Sitznachbarin sah mich nur und fragte, ob ich gerade die Ausbildung bekommen habe. 
Ich antwortete mit "Ja" - begleitet  von einem Unterton, dem man mir anmerkte, wie happy, erleichtert, aber auch fertig ich über die Situation war. Auch mein Betreuer freute sich. 

Nach all den Absagen, selbst die vielen Monate davor, kann ich es kaum glauben, doch noch etwas geufnden zu haben, mit dem ich mich anfreunden kann: Eine Ausbildung zur Mediendesignerin. Anfang Juli dachte ich, dass ich einen Weg einschlagen müsste, der mich alles andere als happy macht, aber jetzt bin ich guter Zuversicht. Jetzt darf ich doch noch da lang gehen, von dem ich jahrelang bereits träume.
Zugegeben, ich vermisse meine Freunde, die ich nicht mehr tagtäglich um mich herum habe(n werde), ich muss mich mit neuen Gesichtern anfreunden, muss verantwortungsvoller und erwachsener sein und generell trete ich ab jetzt in eine komplett andere Welt. 
Ich habe irgendwie Angst vor dem Berufsleben, zu sehr habe ich die Schule doch geliebt. Aber ich bin mir sicher, dass es eine aufregende Zeit sein wird. 

Es ist irgendwie komisch, jetzt mit dem Thema "Schule" hier abzuschließen und von nun an wahrscheinlich über das Business Life zu berichten. Ich fühle mich irgendwie immer noch wie die Julie, die gerade erst mit dem Bloggen hier angefangen hat. Und trotzdem: Mit der Firma habe ich bestimmt ein gutes Los gezogen (ich meine, die haben Grafiktablets in der Größe DIN A3! ... Okay, zurück zum Ernst). Ich werde sehr viel lernen, sowohl von den Programmen, als auch theoretischen Kram. Und ich werde mich persönlich weiter entwickeln.

Ab jetzt starte ich in einen neuen Lebensabschnitt - und nehme euch dabei natürlich mit. 💜 Denn auch darüber werden mit Sicherheit Artikel (und Diarys) kommen, da bin ich mir sicher. 
Auf geht's, Freunde, in eine spannende Zeit!

Samstag, 15. Juli 2017

Kritzelpost #03: Magical Girls, fusioniert euch!

Ich muss das Logo unbedingt mal überarbeiten ...
Nach einer kleinen zweimonatigen Pause ist es wieder zurück: Kritzelpost! Leider mussten wir die letzten zwei Male aufgrund von Schulstress passen, nur, damit ihr Bescheid wisst.

Dafür hatten wir aber reichlich Zeit, uns Gedanken um das heutige Thema zu machen.


Holy, wie geprägt war meine Kindheit mit Magical Girls? Sailor Moon, Jeanne, DoReMi, Pretty Cure, Tokyo Mew Mew und tausend andere. Ich war fasziniert von diesen Mädchen, die in farbenfrohe Kleider schlüpfen und die Welt vor Bösen rettet. Und ich habe mir immer innerlich gewünscht, auch irgendwann magische Kräfte verleiht zu bekommen - am liebsten als Hexenschülerin wie Doremi. 

Doch wie würde es aussehen, wenn man zwei dieser Kindheitshelden fusioniert, sodass ein ganz neues Magical Girl rauskommt?

Nutyes und ich haben uns dieser Frage gestellt und es war für uns beide echt nicht leicht, uns für zwei dieser vielen Kandidaten zu entscheiden.  Für meinen Artikel entschied sich Nutyes dann zwischen der Kombination aus Sailor Moon und Card Captor Sakura:


Ahh, da hat sie ein kleines Stück Kindheit mit in den Brief gepackt. xD Ich war damals so verrückt nach Sailor Moon!
Card Captor Sakura selbst entdeckte ich erst mit 13-14 Jahren und hat mich nicht so in den Bann gerissen wie dieser alte Klassiker.

Kleines Ratespiel: 

Welche Merkmale gehören zu welchem Magical Girl? 

Auflösung: 

Hut ➜ Card Captor Sakura
Haare ➜ Card Captor Sakura 
Augen ➜ Card Captor Sakura
Outfit ➜ Sailor Moon 
Zauberstab ➜ Card Captor Sakura
Schuhe ➜ Card Captor Sakura
Hintergrund ➜ Sailor Moon

Auf Nutyes Zeichnung passt zwar alles ganz gut, aber wie schaut es in der Realität aus? Harmonieren beide Zeichenstile oder fällt der Unterschied dann doch zu krass auf?

Ich kam auf die Idee, die Fusion in Photoshop nachzubauen, jedoch beide unterschiedliche Stile zu behalten.


Da wäre sie - die Sailor Card Captor! Mit der Kraft des Mondes jagt sie also alle Clow Cards.
Im Ernst, ich finde, das passt sogar eigentlich relativ gut - der Hut müsste zwar farblich noch an die Schuhe angepasst werden, aber sonst?

Checkt auf jeden Fall noch Nutyes' Blog aus, denn da gibt es meine Fusion zweier Magical Girls!


Habt ihr als Kind auch viele Animes mit Magical Girls geschaut? Welche war denn euer Liebling?

Freitag, 14. Juli 2017

Nächste Halt: Zukunft!

Zuvor ...

Die erste Zeit in diesem Monat war ziemlich anstrengend und auch ätzend. Da mich die Hochschule nicht genommen hat, musste ich Alternativen finden, kurz gesagt: Einen Ausbildungsplatz. Leider sind diese in meinen Bereich in der Umgebung hier sehr rar besiedelt, erst recht kurz vor Ausbildungsbeginn..

Trotzdem schickte ich einige Bewerbungen ab, manche meldeten sich und meinten, sie hätten schon jemanden, wünschten mir aber weiterhin viel Glück, andere würgten mich direkt nach dem Anschreiben ab. Aber da gab es diese eine Firma, welche mich auf dem Handy anrief. Es war eine Frankfurter Nummer.
"Ihre Bewerbung hat uns ziemlich gut gefallen und wir würden Sie gerne zu einem Vorstellungsgespräch inklusive Schnuppertag einladen, um Sie kennen zu lernen.", sagte der Anrufer. 
Ich stimmte sofort zu und so wurde ich für den 13. Juli um 9 Uhr dort in die Firma eingeladen.

Die Anfahrt

Vom Fahren her war es bis nach Frankfurt ganz bequem ‒ ab da musste ich dann zur U-Bahn oder sonstigem greifen, allerdings war es mir für das Vorstellungsgespräch zu riskant und stressig, ich hab null Ahnung von Frankfurt.

So nahm ich den Bus um 6:40 Uhr in den Nachbarort, welcher einen Bahnhof hatte. Der Zug auf Gleis 2 stand schon da, als ich in den Bahnhof kam und als ich mir einen Zugplatz gesafet hatte, fuhr er nach etwa zehn Minuten schließlich los nach Frankfurt.
Zuerst hatte ich mich gefreut, in einem leeren Zug zu sitzen und doch nicht allzu viele Menschen um mich herum zu haben, doch nach und nach wurde es nach jeder Haltestelle immer voller. Immer mehr Menschen mit Anzug stiegen ein. 

In Frankfurt um etwa viertel vor acht angekommen, irrte ich erstmal komplett orientierungslos umher, bis ich schließlich Backwerk fand. Ich wollte sowieso etwas vor dem Termin snacken. Zwei gekaufte Crossiants später suchte ich dann erstmal den Ausgang und hui, der Bahnhof ist einfach riesig, es sind viel zu viele Menschen, die im Weg stehen und dann bin da ich, die sich überhaupt nicht auskennt. 
Schließlich fand ich dann doch den Ausgang und suchte draußen nach Taxis. Ein Blick nach links ‒ und schon entdeckte ich die Herde an Taxen. 
Jedoch kostete es mich einige Minuten an Überwindung, an ein Auto zu gehen und zu fragen, ob mich derjenige zur Straße fahren könnte. Dennoch, ich riss mich zusammen, ging selbstbewusst an eine Autotür und fragte denjenigen, ob er gerade frei wäre. "Ja.", antwortete er und so gab ich ihm die Adresse, während ich mich gerade in den Wagen setzte. 
Ich saß gerade und hab die Autotür zugemacht, da raste der los, als befände er sich gerade in einem Rennen. Holy, ich dachte für ein paar Sekunden, das wäre meine letzte Autofahrt ‒ zumal ich mich noch anschnallen musste. 

Während er immer länger über die Straßen Frankfurts bretterte, machte sich in mir die Sorge breit, ob er mich überhaupt verstanden hatte und nicht irgendwo raussetzt, wo ich falsch wäre. 
Etliche Kilometer später kamen wir dann dennoch an, ich bedankte mich bei ihm und gab ihn noch ein bisschen Trinkgeld, ich hatte noch eine gute Dreiviertelstunde Zeit. 
Also setzte ich mich auf einen Steinquader ein paar Meter von der Firma entfernt und aß das eine Crossiant, ehe es in ein unangenehmes Gespräch ging.

Um kurz nach halb neun packte ich dann allerdings meine Sachen und ging schließlich in das Gebäude.

Ein Gespräch ‒ das war angenehm! 

Direkt unten am Eingang war ein fettes Schild. "Notfallpraxis" stand da drauf ‒ angenehm. Sollte ich also im Laufe des Tages liegen, hab ich es ja nicht weit. xD
Die Wände von dem Treppenhaus sahen auch nicht wirklich schön aus. Irgendwie unfertig. 
Am Schild neben der Eingangstür außen stand, dass sich die Firma auf der zweiten Etage befinden solle, also ging ich die Treppe hoch und oben – auf der ersten Etage ‒ waren mehrere offene Türen.  Zwei asiatische Frauen kamen mir entgegen. Ich lächelte ihnen zuerst zu und begrüßte sie, fand dann aber auf der Etage das Logo der Firma. Verwirrend.
Ich sprach die beiden an und fragte, wo ich hinmüsse. "Noch eine Etage nach oben, da ist der Empfang.", war die Antwort. 
Also gut, noch eine Treppe hoch und schließlich sah ich von einem Zimmer aus einen empfangsartigen Tresen. Ich ging in den Raum und wartete, bis der Typ am Computer am Empfang, welcher gerade so über den Tresen schaute, mich bemerkte. 

Ich wurde in einen Raum geführt und bekam einen Fragebogen ausgehändigt. Typische formale Fragen: Name, Wohnanschrift, Telefonnummer. Kurze Zeit später kam eine junge Frau mit blondem, hochgestecktem Haar rein und wirkte auf mich bereits nach wenigen Sekunden total locker und sympathisch. Überhaupt nicht verkrampft im Gegensatz zur Frau aus Wiesbaden, bei der ich im November mein Vorstellungsgespräch hatte.
Das Gespräch dauerte höchstens zehn Minuten, wenn überhaupt. Ich erfuhr nebenbei auch, dass das Team recht jung ist und es drei Gebäude hier in Frankfurt gibt. Good to know. 

Ab an die Arbeit

Nach dem Smalltalk führte mich die Frau in das Nebengebäude in ein Bürozimmer von drei Damen, welche geschätzt nur ein paar Jährchen älter als ich waren. Eine von ihnen erklärte mir dann auch meine Aufgabe für den Tag: Ein Plakat zu einem Oktoberfest-Event mit Photoshop erstellen. 

Ich googelte erstmal "Oktoberfest" und prägte mir die Merkmale und Dinge ein, die man damit assoziiert. Weiß-blaue Karotücher, Bier, Essen. Ich baute das in mein Plakat mit ein. Doch die, die mir die Aufgabe erklärt hatte, kam irgendwann zu mir und schaute sich den Zwischenstand an. Anschließend gab sie mir Tipps, da es noch nichtssagend war. 

Also warf ich die Idee um, scribbelte auf einem Schmierpapier ein wenig und machte etwas Neues ‒ damit war die Zweite im Raum zufrieden, fand es aber vom Motiv her ein wenig unrealistisch. 
Schließlich zündete meine dritte Idee, ich musste nur noch es von den Schatten her reeler aussahen lassen, da ich Grafiken aus Google teils benutzt habe. Aber nachdem ich mit Schwarz ein wenig über die Flächen gegangen bin, war ich erstaunt, wie echt die Grafiken aussahen. o_o

Irgendwann um 14 Uhr kam ein Typ rein, der vielleicht ein bisschen größer war und stellte sich als der vor, mit dem ich telefoniert habe. "Ich nehme dich jetzt mal mit."
Wir gingen wieder in das Anfangsgebäude und nahmen in einem großen Büroraum Platz. Er fragte mich nun fast die gleichen Dinge wie die Frau einige Stunden zuvor und schließlich wollte er, dass ich nochmal mit jemandem zusammen arbeite. Derjenige war auch wahrscheinlich ein paar Jahre älter als ich. Schließlich dann der Struggle: Auf der Etage gab es keinen freien PC. Ewiges Hin und Her, bis schließlich in einem Büroraum doch ein PC mit Photoshop drauf sich als frei ergab.
Der Typ schaute sich mein Plakat an und war anscheinend davon begeistert, denn er sagte: "Finde ich nicht schlecht. Auch so von der Art und Perspektive, sowas hatten wir noch nicht oft."
Er fragte, ob ich fertig sei. Ich beneinte, denn ich habe mich gerade am Finetuning gefunden, als man mich von der Arbeit weggezogen hat. Also wurde mir noch Zeit gegeben und so besserte ich die Schatten aus und versetzte hier und da noch eine Ebene.

Eine Runde weiter

Anschließend ging ich zu seinem Büro und gab Bescheid, dass ich fertig sei. Als er sich das anschaute, sagte er wieder, dass ihm das gefällt und gerne noch ein paar Dinge mit mir ausprobieren würde, jedoch die Zeit fehlt. "Ich empfehle dich mal für eine Probewoche auf jeden Fall.", sagte er dann und innerlich bin ich einfach komplett ausgerastet. xD
Schließlich kam dann auch der Typ rein, mit dem ich telefoniert habe und sofort erzählte er ihm von seiner Empfehlung. Und so kam es ‒ für nächste Woche bin ich also komplett dort und kann es nochmal allen zeigen, was so in mir steckt. Es ist quasi die letzte Runde und ich darf es nicht verbocken.

Lass mich jetzt bitte Glück haben, liebes Karma, und endlich etwas haben für die nächsten Jahre, denn ich finde die Firma schon mega cool!




Sonntag, 9. Juli 2017

Die Ladekabel feiern Abschluss!


Als ich meinen Realschulabschluss im Juli 2015 erreicht habe, habe ich damals eine feierliche Chibi-Julie mit amerikanischem Abschlusshut gezeichnet. Im Nachhinein eine ziemliche hässliche Zeichnung, da ich zu der Zeit mit Filzstiften herum hantiert habe und mir generell bei dem Bild nicht so viel Mühe gegeben habe. 

Die Tatsache, dass Nutyes und ich im selben Jahr unseren Abschluss erhalten, finde ich nach wie vor ziemlich sonderbar und auch witzig. Schließlich wäre es bei dem Altersunterschied unter normalen Umständen ja gar nicht möglich gewesen. Diesen Freitag erhielt sie nun auch ihr Abschlusszeugnis,  genau eine Woche und zwei Tage nach mir.

Ich wollte dieses Jahr aber keine typische Schulabschluss-Zeichnung fabrizieren, sondern etwas mit hübschen Kleidern und insgesamt sollte das Motiv schick und elegant wirken.


Händchenhaltend stehen wir also da und tragen beide die gleichen Kleider – nun ja, fast. Das Einzige, was uns unterscheidet, sind die Farben. Beim Outlinen habe ich übrigens zum Kulli gegriffen, da der im Gegensatz zur schwarzen Zeichentusche nicht so "hart" wirkt. Die Lines sind meiner Meinung nach viel sanfter und ich liebe das "Feature" beim Kulli, die Helligkeitsstufen kontrollieren zu können.

Ich habe einen abstrakten Vorder- und Hintergrund gewählt. Vor uns sind Blumen. Ich wollte sie zuerst bunt machen, allerdings sah das komisch aus und wurde nicht so, wie ich es wollte. So entschied ich mich dann doch für ein Magenta und Lila. Mir persönlich gefällt es, wie das Magenta immer heller wird, je weiter runter es geht. 
Beim Hintergrund habe ich etwas überlegen müssen und mich schließlich für ein warmes Orange entschieden, damit das Bild ingesamt Wärme überträgt. 

Falls ihr bis jetzt nicht drauf gekommen seid: Nutyes ist die Linke, die Rechte stellt mich dar.

Einziger Störfaktor ist der auffallende Freiraum neben mir, mir ist das allerdings viel zu spät aufgefallen und dann dachte ich mir: "Egal." Die Hände waren auch Drecksarbeit, ignoriert sie bitte.
Aber ich liebe unsere Kleider. *O*

Mit Sicherheit findet das Bild einen Platz an meiner Wand – ja, ich habe seit diesem Jahr den Tick, alles an meine Wand zu klatschen, was Zeichnungen angeht. Es ist aber dann so schön bunt in meinem Zimmer! 


Samstag, 1. Juli 2017

Meine Julipläne 2017














✦ Am 1. Juli bin ich mit Freunden verabredet. Wir gehen auf die Kirmes in der Stadt und ich freue mich drauf. Ich hab nicht vor, viel zu fahren, aber mindestens zwei Fahrgeschäfte dürften drin sein. 

✦ Diesen Monat ist der letzte, indem Leonie noch hier wohnt. Ab August zieht sie aufgrund der Ausbildung weg. Ich werde sie auf jeden Fall vermissen, aber hoffentlich kann ich mit ihr vorher noch viel machen.

✦ Hoffentlich finde ich in diesem Monat noch irgendwie etwas, womit ich mich das die nächsten Jahre unterbringen kann. Eigentlich wollte ich eine Ausbildung vermeiden, aber jetzt hab ich keine andere Wahl.

✦ Kritzelpost kommt wieder! Aufgrund der Schule fiel es die letzten zwei Monate aus, aber jetzt haben Nutyes und ich wieder Zeit und ich freue mich drauf, die halbe Nacht am Schreibtisch zu sitzen und ihr einen Brief zu schreiben. Ich liebe dieses Projekt einfach. 💜

Freitag, 30. Juni 2017

Mein Juni 2017



Erste Woche: 1. bis 4. Juni 2017

✦ Am 1. Juni schrieb mich Nutyes auf WhatsApp an: "Schaust du heute den Webvideopreis?" Ich, wie immer total verpeilt, was sowas angeht, antwortete darauf nur: "Der kommt heute? Lass zusammen schauen!" Und so saßen wir also beide gespannt vor den Bildschirmen, fieberten unseren Favoriten entgegen und waren am Ende doch ganz happy. Bis auf ein paar Ausnahmen hat jeder unserer Lieblinge einen Preis mit nach Hause gebracht. ^_^

Zweite Woche: 5. bis 11. Juni 2017

✦ Endlich! Die Tage vor dem 5. Juni waren eine Qual und gaben mir das Gefühl, nie enden zu wollen. Doch endlich kam der Morgen und auch das Auto, welches gefüllt mit (fast) allen meiner Freunde war. Mit denen ging es dann zusammen nach Friedrichshafen am Bodensee. 

✦ Bis zum 8. Juni verweilten wir dort, hatten jeden Tag ein kleines Abenteuer und insgesamt eine echt coole Zeit. Fazit: Nächstes Jahr geht's auf jeden Fall ins Ausland!

✦ Am 10. Juni gab es eine Abifeier in der Stadt. Es ist dort Tradition, dass die Abiturienten der Schulen dort auf LKW's durch die Innenstadt fahren, dabei laute Musik laufen lassen und generell ihren Abschluss feiern. Unsere Schule war da zwar nicht dabei, aber dank Nina kamen wir beide an Tickets. Spontan kam am Ende noch Sarah dazu und so chillten wir zu dritt auf einem LKW.
Nach der Fahrt wurde dann in der Innenstadt weitergefeiert bis 21 Uhr circa. War an sich ganz gut, wir chillten größtenteils bei Leuten, die Sarah kannte, allerdings kam irgendwann so ein besoffener Typ zu uns, nuschelte mir irgendetwas zu und hing dann auf einmal halb auf mir. Und es war nicht ganz so einfach, als unter 1,60 m kleine Person einen wildfremden Typen wieder loszukriegen. Hilflos hielt ich mich dann an Sarah fest, die mich dann von ihm wegzog. xD 

Dritte Woche: 12. bis 18. Juni 2017

✦ Am 12. Juni war es soweit: Der Eignungstest der Hochschule stand an. Da ich keinerlei Verspätungen haben wollte, nahm ich bereits den Bus um 6:28 Uhr, kam gegen viertel nach sieben am Hauptbahnhof an und nahm von dort aus die Bahn Richtung Innenstadt. Dort stieg ich dann aus, holte mir mein Bäcker noch etwas zu essen und während ich auf den Bus wartete, aß ich mein Frühstück. 
Ich war bereits eine gute Stunde früher an der Hochschule und stand eine Weile draußen vor dem Gebäude. Währenddessen wartete ich auf meine Klassenkameradin, die das gleiche Leid wie ich vor sich hatte. 
An dem Tag lernte ich auch eine namens Sam kennen, die sich auch für den Studiengang beworben hat. Zusammen saßen wir im Prüfungsraum an einem Tisch, und als sie auf neben mir ihr Arbeitsmaterial auspackte, konnte ich nicht anders, mir rutschte es raus. "Als ob du auch Copics mitgenommen hast.", sagte ich und deutete grinsend auf meine. 
Wir verstanden uns gut, doch um 9 Uhr ging auch der Test los. Die Arbeitsaufträge waren komisch formuliert und machten mich größtenteils unsicher. Ich wusste nicht genau, was mit freier Darstellung gemeint war. Die letzte von vier Aufgaben hatte ich so gut wie gar nicht verstanden und somit falsch gemacht. Trotzdem war ich mit den zweieinhalb Stunden gut in der Zeit und eine Viertelstunde vor Schluss fertig. 
Mit Sam fuhr ich gemeinsam Bus, doch sie stieg schon in der Innenstadt aus. Wir wünschten uns beide nochmal Glück für morgen, ehe sie ausstieg.

✦ Vollgepackt holte ich am nächsten Tag meine Klassenkameradin an ihrem Gleis im Hauptbahnhof ab, denn wir hatten beide um diesselbe Zeit Mappenbesprechung: 14:30 Uhr. 
An der Haltestelle lernten wir noch eine andere Bewerberin kennen und quatschten ein wenig mit ihr. Meine Klassenkameradin und ich hatten noch eine gute halbe Stunde, als wir am Gebäude ankamen. Wir saßen auf der Treppe, ich war nur noch ein Häufchen Elend, ständig wurden Namen aufgerufen und ich zuckte kurz, als mein Vorname auf einmal ertönte. Als jedoch ein anderer Nachname danach fiel, atmete ich erleichtert auf. 
Sam kam irgendwann raus, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich sie wieder sehen würde. Ich fragte, wie's lief. "Nicht gut.", sagte sie und erzählte mir dann, wie das so ablief. Erleichtert war es zu hören, dass wir in Gruppen in den Raum gerufen werden. Und kurze Zeit war es soweit: Nach etlichen fremden Namen fiel auch meiner, hastig packte ich meine Sachen und lief zu einem Mann, der uns dann durch das Labyrinth von Gebäude führte. Schließlich waren wir in einem großen, hellen Raum. Am Fenster standen Tischreihen und auf diesen jeweils unsere Mappen mit den erfüllten Aufgaben vom Vortag. Ich hatte eine Tischreihe ganz am Rand, während ich gerade meine Sachen ausgepackt und gerade auf dem Tisch platzieren wollte, kam so ein Typ, quatschte mit mir und schob währenddessen meine Zeichnungen auf dem Tisch zurecht. Das hat mich dezent abgefuckt - schließlich war das mein Tisch. 
Die Mappenprüfung war entspannter, als erwartet. Es war quasi wie eine Ausstellung, die Studenten und Dozenten liefen durch die Reihen und quatschten mit einem, entweder über die Bilder, oder was man vorher so schulisch oder beruflich gemacht hat. Komisch war es nur, als gefühlt Minuten keiner mehr zu mir kam, bei meiner Tischnachbarin das Gleiche. Deswegen redeten wir irgendwann miteinander, damit es nicht ganz so langweilig war. 
Irgendwann haute jemand auf die Stoppuhr vorne und sagte laut, dass wir in den Nachbarraum gehen sollen, wir würden gleich wieder reingerufen werden. 
Dies geschah auch irgendwann, viel passierte dann aber nicht mehr. "In etwa zwei Wochen bekommt ihr Bescheid.", sagte jemand und somit konnten wir zusammen packen und gehen. 
Ich traf meine Klassenkameradin im Foyer nd zusammen fuhren wir mit dem Bus zurück. Ich hatte ein schlechtes Gefühl und dieses begleitete mich die kommenden Wochen stetig.

✦ Nach harter und langer Arbeit konnte ich endlich meine Bodensee-Reihe vom 14. bis 17. Juni veröffentlichen. 

✦ Außerdem gab es am 17. Juni noch ein schönes Erlebnis für mein Künstlerherz: Nachdem ich das Fanart für Kati gezeichnet habe, bekam ich direkt eine Reaktion von ihr auf Twitter, worüber ich mich noch heute wahnsinnig freue. ^_^ Thank you! 

✦ Am selben Tag schrieb mich Vanessa, eine alte Schulfreundin, an und fragte, ob ich nicht Lust hätte, heute zu ihrer Geburtstagsfeier zu kommen. Drei Stunden Zeit verblieben mir, um mich fertig zu machen. Ich willigte ein und sie freute sich über mein Erscheinen, als ich als Erste um 19 Uhr dort ankam. 
Die Feier war ganz gut, gegen Ende wurde es jedoch komisch. Ein fremder und komischer Typ wollte mich mit noch einem weitaus komischeren Typen verkuppeln, welcher sich nicht mal richtig artikulieren konnte. Und er verstand es nicht, dass ich von dem nichts wollte und keinerlei Interesse an ihm hatte. 
Trotzdem überlebte ich den Abend und kam gegen halb drei nach Hause, ohne irgendjemanden plötzlich als Boyfriend zu haben.

✦ Ich saß am 18. Juni, einem Sonntag, im Bett vorm Laptop, als Sarah in unsere Gruppe schrieb: "Was macht ihr gerade? Mir ist langweilig. Lasst uns mal treffen." Da ich gerade und auch in den nächsten Stunden nichts zu tun hatte, schaute ich nach dem günstigsten Bus von der Zeit her und schlug vor, dass wir ja ein wenig mit den Boards cruisen könnten. Schließlich besitzt sie ein Pennyboard. 
Sie holte mich am Hauptbahnhof gegen 16:20 Uhr ab und gemeinsam fuhren wir also ein wenig mit unseren Boards durch die Stadt. Wir machten einen Abstecher zu ihrer Schwester, da sie ihr noch etwas vorbei bringen musste, anschließend wollten wir in die Nachbarstadt und dort Eis essen. Außerdem ist der Weg dahin fürs Longboarden richtig gut!
Jedoch passierte es dann: Wir sind am Hauptbahnhof gerade auf unsere Boards gestiegen und genossen den Fahrtwind, da blieb Sarah mit ihrem Board plötzlich am Boden hängen und sie fiel nach vorne seitlich auf den Boden. Trotz kurzer Klamotten schrammte sie sich nur an der Hand auf. Eine Frau, die den Unfall aus nächster Nähe gesehen hat, gab uns Tücher und fragte, ob alles gut war. Sarah nickte nur und säuberte erstmal ihre Wunde. Als die Frau weg war, stand Sarah auf und ging dann erstmal in den Schatten. "Mir ist schwindelig.", sagte sie und sofort wusste ich, dass das nichts Gutes heißt. Denn ihr Kreislauf ist nicht gerade der beste. 
Als sie sich im Schatten auf den Boden gesetzt hatte, reichte ich ihr meine Flasche Wasser. Anschließend kramte ich in meiner Tasche und hoffte, meine Medikamentenbox dabei zu haben, da dort unter anderem Traubenzucker drin sind. Zum Glück war sie da! Ich gab ihr einen Traubenzucker, kurz danach sagte sie: "Ich geh mal kurz in das B&B und wasch mir die Hände." (Wir saßen direkt an einem B&B)
Ich wartete draußen, so musste sie nicht ihr Zeug mitschleppen. Als sie aber nach etwa zehn Minuten nicht zurück war, machte ich mir Sorgen. Also schrieb ich sie auf WhatsApp und fragte, ob alles okay sei, jedoch hatte sie ihr Internet aus. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als meine Tasche zu tragen, ihre auch irgendwie zu schleppen und neben meinem Board auch noch ihres irgendwie zu transportieren. Glaubt mir, dass war echt nicht einfach, mit dem Zeug in das Hotel zu kommen. xD
Ich fand sie in der Lobby auf einem Sofa liegend vor. Die Frau an der Rezeption fragte zwischenzeitlich immer mal, ob alles gut war und versorgte Sarah auch mit Pflastern. Ich weiß nicht, wie lange wir da waren, aber irgendwann gingen wir wieder raus und wollten eigentlich zur Haltestelle, da sackte ihr Kreislauf wieder ab. Als wir gerade den Schatten des Bürgersteigs erreicht hatten, setzte sich Sarah so schnell auf den Boden, dass ich dachte, sie fällt gleich hin. Unangenehmer wurde es, als sie sich direkt hinlegte. 
Ich stand also da, hab schon überlegt, was ich mache, wenn sie komplett weg ist, während ein Autofahrer nach dem anderen vorbei fuhr. Klar, total normal, dass ein Mädchen mitten auf dem Bürgersteig liegt. Scheinbar wurde es irgendwann besser, denn sie setzte sich wieder auf. 
Die Bushaltestelle war nicht weit entfernt und diesmal schaffte es Sarah, nicht wieder umzukippen. Ich begleitete sie zu sich nach Hause, dort begrüßte ich ihren Kater und wir quatschten gerade, als mein Magen sich mit einem lauten Knurren zu Worte meldete. Also gingen wir in die Küche, schauten, was es da so zu essen gab und entschieden uns für Käsetortellini mit Pesto. 
Statt Eis gab es also eine warme Mahlzeit, aber war genauso gut und lecker.

Vierte Woche: 19. bis 25. Juni 2017

✦ Am 20. Juni habe ich mich mit Nina zum Eis essen verabredet. Ich nahm mein Longboard mit, das Wetter war perfekt dafür. 
Nach dem Eis beschlossen wir, in die Stadt zu fahren und dort nach einem Geschenk zu schauen, denn wir wollten unserer Freundin für ihre stetige Unterstützung in Mathe Dankbarkeit zeigen. Sie war also auf dem Fahrrad unterwegs, ich auf dem Longboard. Oft hielt ich mich an ihrem Fahrrad fest, so sparte ich Energie. 
Nach der Hälfte des Weges hatten wir aber keine Lust mehr, uns war warm, das Wetter war warm, die Bahnen sowieso, und die Stadt sicher voll mit schwitzenden Menschen. Also fuhren wir wieder mit der Bahn zurück in ihre Stadt und machten es uns bei Nina zuhause auf ihrer Terrasse bequem. Nachdem wir bis 18 Uhr gequatscht haben, verabschiedete ich mich von ihr und fuhr dann nach Hause (teils Bus, teils Longboard).

✦ Der 22. Juni war ein echt schöner Tag - zumindest der Abend. Ich hatte alle meine fünf Schulfreunde um mich herum, dazu gab es noch leckeres Essen und lustige Gesprächsthemen. Schon lange hatten wir nämlich geplant, mal bei mir zu grillen und an diesem Tag war es soweit. Gegen viertel nach sechs trudelten alle bei mir ein, alle mit hungrigem Magen. Auch ich hatte total Hunger. 
Nachdem alles gegrillt war, schlugen wir uns die Bäuche voll und gegen 21 Uhr setzten wir uns auch in meinen Pool. Bis kurz nach Mitternacht waren die Gäste bei mir, dann fuhren sie allerdings wieder, da der ein oder andere am nächsten Tag früh aufstehen musste. Trotzdem: Es war ein toller Abend, was auf jeden Fall nochmal wiederholt werden muss diesen Sommer! 
Danach hab ich dann noch direkt mit der Unterstützung meiner Mutter sowohl die Küche, als auch die Terrasse wieder auf Vordermann gebracht, nachdem wir beide selber nochmal draußen zu zweit saßen und getalkt haben.

✦ Ich schrieb Nutyes am 25. Juni, einem Sonntag, auf WhatsApp und fragte, was für einen Film wir denn heute Abend schauen können. Sie hatte keine Ahnung, und so schlug ich "Die Prinzessin der Prinzessin Kaguya vor". Ein Ghiblifilm, welchen ich schon länger schauen wollte, da die Filme von dem Studio einfach der größte Shit auf Erden sind. 
Jedoch haute sowohl mich, als auch Nutyes der Film nicht so um. Die Geschichte zog sich und manche Szenen waren unnötig und austauschbar. Definitiv kein Must See meiner Meinung nach, dafür hat Ghibli weitaus bessere Filme auf Lager. Trotzdem hatte man einen kleinen Einblick in die frühere japanische Kultur.

Fünfte Woche: 26. bis 30. Juni 2017

✦ Nach guten zwei Jahren stand auch für mich dieser wichtige Tag an: Ich hatte am 28. Juni meiner Abschiedsfeier meiner Schule. Es ist komisch, jetzt kein Schüler mehr dieser Schule zu sein und wirklich realisieren kann ich es wahrscheinlich noch nicht. 
Der Tag war aufregend, schön, lustig, bunt, aber auch vielleicht ein wenig traurig, da ich viele nicht mehr sehen werde. Trotzdem hoffe ich, weiterhin guten Kontakt mit meinen Freunden pflegen zu können, denn sie sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. 

✦ Am nächsten Tag checkte ich schließlich den Stand meiner Bewerbung an der Hochschule und mein negatives Gefühl, welches ich die letzten zwei Wochen hatte, wandelte sich in Realität um: In der Prüfung erreichte ich 56 Punkte, 80 brauchte man mindestens. Aber es war mir klar, dass ich es nicht schaffe, unter anderem, weil ich die letzte Aufgabe nicht verstanden habe und auch meine Klassenkameradin ebenfalls  nicht das Glück hatte. 
Weitaus mehr ärgerte es mich eher, dass mein Vater sich bereits zum zweiten Mal ohne mich zu fragen die Erlaubnis nahm, auch in das Online-Portal zu schauen (ich hab ihn bereits beim ersten Mal gesagt, dass er das lassen soll und er hat das nicht ernst genommen). Es gibt Grenzen - auch ich als Tochter habe das Recht auf Privatsphäre. Ich schau schließlich auch nicht in seine Unterlagen.

Übrigens ...  

✦ Diesen Monat haben Nutyes und ich die zweite Staffel des Animes "Attack on Titan" geschaut und holy - diese zwölf Folgen haben so brutalst mit meinen Gefühlen gespielt und waren gefühlt nur fünf Minuten lang. Kaum war ich happy, dass der Charakter nicht gerade von einem Titan aufgefressen wurde, da kam die nächste spannungsgeladene Szene. Es gab kaum Zeit zum Aufatmen. Schade, dass die Staffel so kurz war und einen mit den gleichen Fragen am Ende stehen lässt wie die zwölf Folgen zuvor, jedoch ist sie ein Meisterwerk! Ich freue mich schon auf die dritte Staffel, welche nächstes Jahr erscheinen soll. Nutyes, wollen wir die zusammen schauen? 💜


 

Der Monat startete mit einem Abenteuer zusammen mit meinen Freunden. Gemeinsam machten wir Friedrichshafen unsicher, entdeckten Lindau und stellten fest, wie kalt der Bodensee war. 
Danach war ich gerne mal öfters draußen, entweder im Garten, oder irgendwo in der Stadt bei meinen Freunden. Es war viel los. Der Juni war voller Trubel. Der Eignungstest fand statt und auch meine Abschiedsfeier stand vor der Tür. Seit dem 28. Juni bin ich also offiziell keine Schülerin mehr. 
Das einzig negative in diesem Monat war das Ergebnis der Hochschule - aber allzu enttäuscht bin ich jetzt nicht, da ich eh pessimistisch war. Allerdings stehe ich jetzt wieder am Anfang. Die Frage ist nun, ob ich jetzt auf die Schnelle noch eine Ausbildung bekomme, ansonsten kann ich mir für die nächsten zwölf Monate dumme Sprüche seitens meines Vaters anhören ...